Husky Fahrwerks - Einstell  und Pflegetipps

(Von Moto Rumpf Enduro Stützpunkt West)

Dichtungen:

Nach der selbstverständlichen Reinigung des Fahrzeuges nach jedem Geländeeinsatz, empfiehlt es sich, den Dichtungen der Gabel und dem Federbein besondere Beachtung zu schenken. An der Gabel sollten die Staubkappen gelegentlich angehoben werden und evtl. vorhandener Dreck oberhalb der Simmerringe beseitigt werden. Dabei sieht man auch, ob eine Undichtigkeit der Simmerringe bevorsteht, was sich durch einen Ölnebel meistens ankündigt. Die Chromschicht der Gabelrohre sollte auch auf evtl. Beschädigungen durch z.B. Steinschlag kontrolliert werden. Am Federbein muß man sich normalerweise auf eine Sichtkontrolle der Kolbenstange beschränken, und dabei besonders auf Ölverlust achten.

Umlenkungen / Radlager:

Dabei sollte man, am besten bei aufgebocktem Motorrad, ein Augenmerk auf die Umlenkung, Radlager und Lenkkopflager haben, ob diese noch spielfrei Arbeiten. So überprüft, ist man vor bösen Überraschungen weitestgehend sicher. Die Schmierstellen der Umlemkung sollten, soweit Schmiernippel vorhanden sind nach jedem Dampfstrahlen abgeschmiert werden.

Bremsbeläge:

Die Bremsbeläge, insbesondere bei nassem und schlammigem Wetter, kontrollieren. Diese können innerhalb kürzester Zeit verschleißen! Empfehlung: Bei Schlamm und nassem Sand harte Sinter Beläge fahren, insbesondere Hinten. Bei trockenem Wetter weiche Sinter oder organische Beläge, die bessere Reibwerte haben.

Fahrwerkseinstellung: statischer und dynamischer Durchhang

Ein Blitzkurs für die Fahrwerkseinstellung für Geländefahrer, denn immer wieder werden Fahrer mit den vielfältigen Einstellmöglichkeiten moderner Enduros konfrontiert. Als grobe Richtlinie hier die Grundzüge, in deren Reihenfolge man vorgehen sollte:

1. Statischer Durchhang:

Das Fahrzeug aufbocken, so daß die Räder vollkommen entlastet sind. Den Abstand von der Radmutter zu einem beliebigen, darüber gelegenem Fixpunkt ermitteln (also beispielsweise eine markante Verschraubung am Heckschutzblech o. ä.). Dann das Fahrzeug abbocken und mit seinem Eigengewicht belasten und einfedern lassen. Wieder an der selben Stelle den Abstand messen. Der so hervorgerufene statische Durchhang sollte bei einer Sportenduro ca. 2-3 cm betragen. Fällt der gemessene Wert aus diesem Bereich heraus, muß die Federvorspannung korrigiert werden.

2. Dynamischer Durchhang:

Der Fahrer nimmt eine normale Sitzposition ein, in voller Fahrermontur, und belastet damit die Federung. Es wird wieder an den selben Punkten der Durchhang ermittelt. Der dynamische Durchhang sollte 90-100 mm betragen. Läßt sich dieser Werte nicht einstellen, so muß vermutlich die Federrate der Feder geändert werden, also gegen eine weichere oder härtere getauscht werden. Die eigenen Gewohnheiten, z.B. ob man mehr Enduro oder Moto-Cross fährt spielen hierbei natürlich auch eine Rolle. Außerdem kann z.B. bei Schlamm Rennen der zu erwartenden Gewichtszunahme durch eine angepaßte Einstellung Rechnung getragen werden.

3. Dämpfung:

Zunächst gilt es, eine persönliche Grundeinstellung für Zug- und Druckstufe zu finden, meistens in Abhängigkeit von den bevorzugten Strecken und der Geschwindigkeit mit der man fährt. Dann ist es ein Leichtes sein Fahrzeug an die unterschiedlichen Gegebenheiten anzupasen.


Die nachfolgende Tabelle dient dabei als Anhaltspunkt:

 
Gabel
Federbein
 
Zugstufe
Druckstufe
Zugstufe
Druckstufe
Weicher Boden, eben
0
++
+
+
Weicher Boden, wellig
0
+
++
+
Harter Boden, eben
-
0
-
0
Harter Boden, wellig
0
-
-
0


Moto Rumpf Enduro Stützpunkt West
EMail: vollgas@motorumpf.de