"Bergabschieber" ist kein Schimpfwort!
(Reisebericht von einem genialen Endurourlaub mit Fundurotours in der Türkei)
Jupiduuu! Am 10. Januar war es wieder einmal so weit, dass ich als Betreuer von meinen geisteskranken Bekannten das Bayernland in Richtung Türkei zum Endurofahren verlassen durfte.
Mit von der Partie war wieder einmal Wolfgang Gruber, 31 immer noch Dipl.-Kaminkehrer, nun jedoch mit der Lizenz zum Moped verschrotten, meine Wenigkeit Wolfgang Widmann, 31, mittlerweile Akkordschlachtermeister mit einjähriger Tochter. Und ein völlig neues Mitglied im Club der Dreckfresser:
Armin, 30 Lenze alt, auch IWAN genannt.
Wolfgang und ich sind uns absolut sicher, dass er seine Jugend nicht in Bayern verbracht haben kann, sondern in Kasachstan, wo er bereits im zarten Alter von drei Jahren Brennspiritus aus dem Plastikkanister gesoffen hat.
Nun denn - zurück zum Reisebericht.
Am frühen Morgen des 10. Januars wurden wir mit weiblichen Begleitschutz (Claudia und Sophia) am Münchner Flughafen abgeliefert, und unserem Schicksal überlassen, jedoch nicht ohne den obligatorischen Schlußsatz zu hören: "Bast's auf eichare Knocha auf und sauft's ned so viu!!! ". Kurz unsere 30 Kilo schwere Sporttasche beim Check-In abgegeben, dann kam das klassische Befummeln beim Durchschreiten des Metalldetektors und schon hatten wir um 8.00 Uhr ein kühles Weißbier in den Händen. Da sich um diese Jahreszeit nicht viele Touris mit einem Crosshelm in der Hand vor den Gates rumtreiben, trafen wir schnell auf 4 weitere Teilnehmer der Funduro-Tour. Als uns von einem stämmigen Bayern die Frage gestellt wurde : "Fahrd's ihr a zu de Türk'n zum Moped fahr'n obi?", wußten wir, dass wir mit den Jungs aus Bad Tölz eine Menge Spaß haben werden.
Rein in den Flieger, und nach drei Stunden Flug stiegen wir bei ca. 10°C in Antalya aus. Unser erstes Problem hatten wir bereits vor einem Duty Free Shop, als Herr Gruber meinte, zwei 0,7l Flaschen Billigwhisky wären für die Transferfahrt zum Hotel lebenswichtig. Gottseidank erinnerte er sich noch an seine Flasche Wodka im Handgepäck und wir schafften es mit vereinten Kräften, ihn in Richtung Ausgang zu schleppen. Dort angekommen sahen wir bereits einen kleinen, ca. 25 Jahre alten Türken, der sich mit dem Hinweisschild FUNDUROTOURS als unser Fahrer vorstellte. Rein in den Bus und mit Vollgas Richtung Hotel. Normalerweise sollte der Transfer ca. 2 Stunden dauern, aber mit Sedat als Fahrer kamen wir in 1 ¼ Stunden in Alanya an (Lichthupe, Vollgas, rechts überholen, auf 10 cm dem Vordermann auffahren, ...). Als er mit uns an den kotzhäßlichen Tourihotels vorbeifuhr und wir dann plötzlich in eine nicht geteerte Seitenstraße einbogen, die links und rechts von halb fertigen Stahlbetonhütten im viereckigen Bauhausstil gepflastert war, platzten unsere Träume vom 5 ***** Luxushotel. Sedat machte uns aber schnell klar, dass wir erst zum Motodrom (unseren Stützpunkt mit Go-Cart Bahn) fahren werden, um unsere Mopeds zu sehen und die schriftlichen Formalitäten zu erledigen
(Motorradkaution, Verzichtserklärung, Bestellung einer Waschmaschine, usw..) Mitten in einem dichtbesiedelten Wohngebiet befand sich dann schließlich das besagte Motodrom. Eine riesige Go-Cart-Bahn mit Werkstattgebäuden, einem kleinen Trialkurs in der Mitte, und einigen Sprungschanzen für gehirnamputierte Freestylecrosser.
Nicht zu vergessen natürlich das Hauptgebäude in dem sich auch Sauna, Duschen und der Pool befanden. Beim ersten Betreten dieser Hütte wussten wir nicht, ob wir in einem türkischen Billigbordell oder in einer miesen Hauptbahnhofkneipe gelandet sind. Große Ledersofas, eine Bar für ca. 50 Vollalkoholiker, eine leicht erhöhte Tanzbühne (Wie geschaffen für eine Stripperin!!), und im rückwärtigen Bereich ein Ruhezone ebenfalls garniert mit Ledersesseln. Wir fragten uns, wo eigentlich die Tischtelefone für spontane Gruppensexorgien sind.
Aber ganz schnell wurden wir wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als auf einem gigantischen Fernseher das erste Motocrossvideo aus den Staaten, gepaart mit lauter Selbstmördermusik, unseren Ehrgeiz für die nächste Woche ins Unermessliche wachsen ließ.
Ein kurzes Begrüßungspalaber von Ömer, der für die Organisation vor Ort verantwortlich ist, und dann ab in die Werkstatt zu den Mopeds. 
Die Tür ging auf, und dann wurden unsere Vorstellungen von Sportenduros nicht nur erfüllt, sondern absolut übertroffen. 8 x WR 400, relativ neu, nur mit Crosskotflügeln und Acerbisbügel, im zarten Yamahablau, die nur darauf warteten von uns herangenommen zu werden (lechzt!)
Nachdem Iwan sein Blut vom unteren Teil seines Körpers wieder ins Hirn gepumpt hatte, suchte sich jeder ein Moped, und der Fahrzeugzustand wurde schriftlich festgehalten. Zur weiteren Auswahl standen noch folgende Mopeds zu Verfügung: Honda CR 250, Husaberg 501 (nur für Kickmasochisten!!), YZ 400, 2 x KTM 620 und KTM 540. Alle Mopeds wurden so abgespeckt, dass nach deutscher Bullenmeinung pro Motorrad ca. 2 Jahre Führerscheinentzug und 20 Punkte in der verschissenen Flensburger Punktekartei fällig wären.
Nachdem es eh' schon fast dämmerte gingen wir noch mal ins Lümmelzentrum, fletzten uns in die Ledersessel, und ließen uns von Erol, unserem Tourguide, die nächsten Tage bei ein paar Bierchen erläutern. Eines mal gleich vorweggesagt: Der Typ war Spitze. Er kannte nicht nur die mörderischsten Strecken, sondern kümmerte sich fürsorglich um alle Dinge rund ums Mopedfahren. Er ist zwar gläubiger Moslem, schert sich aber sehr wenig um die kleinen Verbote aus dem Koran, was Alkohol, Frauen oder Zigaretten betrifft.
Unser kleiner Alki aus Kasachstan war mittlerweile schon in einem solchen Zustand, dass er das Abendessen eines Luxushotels lieber gegen 15 Gin-Tonics eingetauscht hätte. Unter Androhung von nächtlichen Sado-Maso-Spielen änderte Iwan schnell seine Meinung und wir wurden vom Meister des Hochgeschwindigkeitsrückwärtsfahrens in Windeseile in das Grand Kaptan Hotel gebracht. Die Bettenverteilung wurde relativ schnell festgelegt: "Widi, du schnarchst - neba dir schlaf i ned!". Nun ja, ich bekam das Einzelbett und Iwan und Wolfgang durften unter einer gemeinsamen Hundedecke kuscheln. Vorsichtshalber bat ich dem neuen Liebespaar noch Kondome an, die aber dankend abgelehnt wurden. "Mir san ned zum blädln do, sondan zum Saufa !" meinte Iwam und wir mussten ihn vor der Buffet Erstürmung an die Hotelbar begleiten. Nach einem Martini für satte 18 DM wurden wir, nach ausgiebiger Prüfung durch den Speisesaalwächter, in den Fresstempel eingelassen
Der Altersdurchschnitt der meisten Gäste lag weit über 60 Jahre, so war es keine Seltenheit, dass sich 250-300 Jahre Lebenserfahrung an einem 4-Personentisch befanden. Einen Verwesungsgeruch konnten wir jedoch noch nicht feststellen. Irgendwann, vielleicht nach dem 10. Teller, war auch Wolfgang satt und wir fuhren wieder mit Sedat und den 4 Chaoten aus Bad Tölz ins Motodrom, um unsere Mopedsucht bei Motocrossvideos und ein paar Bierchen bis zum nächsten Morgen zu zügeln.
Unser kleiner Kasach war auch um ein Uhr Morgens noch in der Laune, alleine die Zimmerbar zu plündern. " Jetz kummt's hoid!! An gloana Wodka kannt' ma scho no dringa!!" Wolfgang Gruber brauchte schließlich glatte 10 Sekunden Überredungszeit, und schwupdiwups hingen die beiden Spritis wieder an der Flasche. Der morgendliche Weckanruf der hübschen Rezeptionsdame wurde von Iwan mit einem freundlichen:" Auauauauauau!!" in Empfang
genommen. Noch kurz die Wodkafahne mit Zahnpaste verschleiert, einige Duftmarken im WC gesetzt, und ab zum Frühstücken. Nachdem der Darmtrakt bei Alkoholikern am frühen Morgen wahre Wunder verbringen muss, braucht es keinen zu wundern, dass abwechselnd einer nach dem anderen den Frühstückstisch mit verkrampften Beinen und einem Gesichtsausdruck, den man sonst nur beim Einquetschen von Fingern in der Türe hat, in Richtung Hotelzimmer verließ.

Endlich ging es zum Mopedfahren. Der Umkleidebereich im Motodrom sah aus, als gäbe es gleich eine Modenschau für Crossklamotten. Nicht zu vergessen die absolut geilen Feinripp-Unterhosen ( "Gei Iwan!!" ). Ab zu den WR's und erst mal probesitzen.
Laut Firmenprospekt sollte es ja zwei Fahrgruppen geben: Gruppe A für Schotterfahrer samt Gelegenheitsenduristen und Gruppe B für die geisteskranken Motorradweitträger, die es erst dann lustig finden, wenn man Wege bezwingt, bei denen sich die Bergziegen bereits die Füße brechen.
Ratet mal wo ich mitfahren durfte??
Es gab aufgrund von 7 Teilnehmern nur eine Gruppe und die wurde mit B tituliert. B wie "Bech g'habt". Erol unser Guide fuhr mit einer nur geringfügig abgespeckten DR 350 voraus, und wir versuchten etwas nervös, aber vollgedröhnt mit positiven Streßhormonen, ihm nachzukommen. Vorbei an einem kristallklaren Fluss, der irgendwo im Taurusgebirge entspringen soll, hinauf Richtung Schotter.

Traumhafte Serpentinenstraßen, die gelegentlich mit groben Schotter garniert sind. Vor der Abfahrt wurde noch vereinbart, dass bei jeder Kreuzung immer der Fahrer hinter dem Guide wartet, bis auch der Letzte die richtige Abzweigung genommen hat. Nach ca. 15km ging es dann richtig zur Sache:
Eine ca. 10m breite, absolut übersichtliche Schotterstraße ging rechts weg. Der Zeitpunkt zum Hirnausschalten war gekommen. Die Hinweise des Mechanikers, nicht ohne Kupplung zu schalten, lösten sich genauso schnell in Luft auf wie der allmorgendliche Vorsatz: "Heid dring ma weniga Bier!". Griffiger Schotter wechselte sich ab mit gröberen Felsbrocken und genial geilen Eselspfaden. Wie schnell bei so viel Spaß die Zeit verrinnt, kann man nur anhand der notgedrungenen Pinkel- und Rauchpausen feststellen. Nur noch geil!!

Nachdem sich ja meine letzten Offroaderfahrungen auf das Schieben eines Kinderwagens entlang der Isarauen beschränkt haben, hatte ich ganz schöne Probleme, den anderen nachzukommen. Brandschneisen bergauf und bergab, mit Felsstufen und ohne, Eselspfade mit Felsstufen, oder so steile Abfahrten, dass man sich die empfindlichen Weichteile am Lenker einzwicken konnte - für alle Formen der Enduroabartigkeit war garantiert das Richtige dabei. Und das miese an
diesen Hammerstrecken war der Gruppenzwang, denn ganz will man sich ja doch nicht die Blöße geben und zugeben, dass es schon deftig ist.
Das Gute war jedoch, dass a) genügend Leute zum Mopedschleppen dabei waren, b) Erol unser Guide die Karre ja auch noch irgendwie rauffahren konnte und c) es nicht meine Kiste war, die ich wieder mit nach Hause bringen musste.
Gerade dieser Gruppenzwang in Verbindung mit Erols brauchbaren Tips, sorgt dafür, dass man sein Fahrkönnen jeden Tag ein wenig steigern kann. Das ist auch bitter nötig, denn der alte Schinder hat jeden Tag neue Schmankerl. Ein irres Enduroland, da brennen 8 Mopedfahrer mit einer Hightechausrüstung und Star-Wars.-Helmen eine Felsauffahrt direkt auf ein mit Lehm und Ziegelresten gebautes Haus zu, und was machen die Bewohner? Sie holen ihre Kinder, geben uns Trinkwasser und danken Allah, dass in diesem Kaff mal was los ist. Wenn ich als kleines Kind eine solche Erscheinung gehabt hätte, bräuchte mir keiner weismachen, es gäbe keine Außerirdischen.
Die Vielzahl der Wege lässt sich genauso wenig beschreiben, wie die Schmerzen in meinem Hinterteil, die meine WR 400 -Sitzbank verursacht hatte. Das Mittagessen verbrachten wir in einen kleinen Berggasthof, mit Ausblick auf eine mörderische Steilauffahrt.

Erol, der ja des öfteren Gelegenheit hat, sich mit Wettbewerbs- oder Lizenzfahrern zu messen, meinte: "Zum Rauffahren ist es schon nicht leicht, aber runter wird's noch beschissener!!"
Nach dem Mittagessen war dann erst mal Waldfahren angesagt. Wäre ja sicherlich nicht ein zu großes Problem geworden, wenn die Mopeds über anständige Crossreifen verfügt hätten. Aber mit stark abgefahrenen Contis die auf Schotter durchaus gut sind, hat man beim Längsfahren eines steilen und schmierigen Waldabhanges nur zwei Möglichkeiten:
Erstens: Man gibt zuviel Gas und die Karre schmiert hinten in Richtung bergab weg und irgendwann schleppen wir gemeinsam die Mühle den Hang hinauf, oder
Zweitens: man gibt kein Gas, zündet sich eine Kippe an, baut sich eine Notunterkunft und überlegt, wie man die wilden Hunde vertreiben kann.
Scheiß Gruppenzwang!! Im nachhinein möchte man diese Strecke sofort wieder fahren, (jedoch nur mit anständigen Reifen). Ruck-Zuck, der erste Fahrtag war vorbei, und wir eierten wieder ins Zentrum der Faulheit zurück. Auf dem Weg zurück hatten wir das erste mal Gelegenheit, ausgiebig Bekanntschaft mit den aggressiven Hunden am Wegrand zu machen.
Das spielte sich wie folgt ab:
Erster war immer Erol unser Guide, bei dem wurden die Hunde aus ihrem Schönheitsschlaf geweckt.
Zweiter war meistens eine der beiden höllisch lauten KTM's, da wurde den Hunden klar, dass sie ihre Kiefermuskeln lockern mussten, denn jetzt gibt's was zu beißen.
Als dann die blauen Yamahas kamen, lagen sie leicht geduckt am Straßenrand, sprangen wild kläffend auf und rannten auf die Mopeds zu. Die ersten Fahrer konnten sie noch zum Bremsen bringen, bis Iwan und Wolfgang kamen. Meine beiden "Tierfreunde" schalteten erst mal einen Gang runter, um dann mit Vollgas und ausgestrecktem Crossbein auf die Köter zu steuern. Als ich dann als letzter vorbeifuhr saßen ganz brave flohverseuchte Hunde am Straßenrand und bedankten
sich bei Allah, dass sie ihr Leben nicht am Motorschutz einer WR 400 aushauchten mussten.

Dieses Spielchen konnte man mit abwechselnden Fahrern jeden Fahrtag mehrmals haben.
Im Zentrum der Faulheit angekommen, lümmelte man sich erst mal mit den dreckigen Enduroklamotten in eines der superweichen Ledersofas, bekam ein kühles Blondes von einem netten Barkeeper gereicht, und ließ sich die Schotterstraßen und Eselspfade noch mal durch den Kopf gehen. Irgendwann wurde dann der Schweissgestank so unerträglich, dass Duschen unumgänglich war. Alex, auch Maurer genannt, dessen Geruchssinn wahrscheinlich bei der Geburt gegen eine größere Leber
eingetauscht wurde, konnte erst nach einigen dezenten Fragen zum Duschen überredet werden.("Moanst du a, dass da Hund a so schtingt? )
Wenn man ca. 15 Minuten mit der Mischbatterie gegen Verbrühung oder Unterkühlung gekämpft hatte, ging der nächste Weg in eine geräumige und saubere Sauna. Nach dem blitzartigen Verlust des männlichen Geschlechtsteiles (eiskalt Duschen!!) hüpften wir in einen kleinen Swimmingpool, der mit zahlreichen Schwimmhilfen zum Hardcore-Faulenzen bestückt war. Der nette Mann von der Bar brachte uns wieder mal ein kleines Bierchen vorbei und wir genossen das
Leben (und das Bier) in vollen Zügen.
Besser kann's einen im Mopedurlaub nicht mehr gehen. Dieser geniale Tagesablauf wiederholte sich immer und immer wieder.
Die Abende aber hatten noch zwei Highlights zu bieten:
Ömer, der Mann für alles, fragte uns ob wir etwas dagegen hätten, dass seine russische Frau mit einigen Bekannten das russisch-orthodoxe Silvesterfest im Zentrum der Faulheit begießen könnte. Kein Problem, wir wissen eh' nicht ob wir an diesem Abend hier sind, war unsere Antwort. Nach einigen Rakis und Bierchen in einer der zahlreichen Kneipen rund um unser Hotel, entschlossen wir uns, das Silvesterfest einfach auch noch mal mitzufeiern. 10 Minuten strammer Fußmarsch, rein ins Motodrom und erst mal mit großen Augen und offenem Mund in der Türe gestanden. Ca. 10 äußerst festliche aber dennoch sehr offenherzig gekleidete stramme Damen saßen in den Ledersofas. Ihre Gesichter hatten bei unserem Anblick den gleichen Ausdruck wie Iwan beim Öffnen einer Ginflasche, oder Wolfgang beim Betreten des Speisesaales. Mein erster Gedanke war: "I hob's g'wust, dass da Ömer a no mit Russ'n Weiba handld!"
Als dann irgendwann die kleinen Kinder aus dem rückwärtigen Bereich der Kneipe zu sehen waren, stellte sich bei jedem eine Erleichterung ein." Gott sei Dank, des san koanne Schlamp'm!!" Diese Erleichterung war aber schnell weg, als DJ Ömer die ersten schwulen Schiebertanzlieder mit der Lautstärke eines Metallicakonzerts in den Saal warf. Bei Alex konnte der Schweißausbruch nur noch durch die Flucht mit dem Kneipenhund ins Freie aufgehalten werden, und zugegeben, uns war es bei dem Gedanken nach einigen Flaschen Wodka in den Händen einer rustikalen Russin aufzuwachen auch nicht ganz wohl. Nachdem sich zwei Leute für ein Tänzchen opferten, bekamen wir aber die Info, das es keine "Professionellen" waren
Den übernächsten Abend versüßte uns eine Spitzen-Bauchtänzerin, die selbst Iwan davon überzeugte, dass eine Erektion nicht von Motorrädern oder Spirituosen kommt, sondern mit der Frauenwelt zu tun hat.
Sicherlich wäre es ein Leichtes, weitere 20 Seiten über die gigantischen Endurostrecken, den tollen Service, die irren Go-Cart-Rennen in der Nacht und über das Taurusgebirge zu schreiben, aber am besten, Ihr testet es mal selber!
Alles in allem war dieser Mopedurlaub nur noch spaßig!!
Die anfänglich leicht chaotische Buchung in Deutschland und auch der Reisepreis von ca. DM 2.200,- waren bei einem traumhaften Endurofahren und legendären Abenden sehr schnell vergessen.
Einige Tipps falls Ihr auch einen Trip mit Fundurotous machen wollt:
1. Schaut, dass Ihr eine kleine Gruppe mit gleichwertigen Fahrern erwischt,
2. Nehmt Erol als Guide, denn wenn sie ihn in der Türkei nicht hätten, wäre es nur halb so viel Spaß. Ein genialer Guide und Knochenschinder!!
3. Besteht auf anständige Reifen auf Euerem Moped (Es sollen ja 60 neue Reifen irgendwo beim Zoll festhängen!)
4. Schließt eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport ab und erkundigt euch bereits in Deutschland, wieviel die Operation für einen künstlichen Ausgang kostet! Denn die Sitzbänke der WR's sind hart!
Besten Dank auch an die Tölzer Jungs, die für viel Spaß sorgten und des öfteren die Ehre hatten, meine Karre über irgendeine Felsstufe zu wuchten.
Da wären:
Hardy, ein überzeugter Tourenfahrer der den Urlaub in einer ruhigen und angenehmen Art genoss.
Jürgen, der kräftig Gas geben konnte und in einer Ruhe über seine abenteuerlichen Afrikatrips erzählte, als wäre er zum Semmelnkaufen gefahren.
Franz, unser überzeugter BMW-Fahrer, der trotz eines Herzinfarktes äußerst flott unterwegs war.
Und zu guter letzt Alex, der mit seinen 21 Lenzen und seiner materialtötenden rechten Hand nicht nur die LC 4 ärgerte, sondern auch bei den türkischen Hunden und den russischen Frauen einen bleibenden Eindruck hinterließ!

Nicht zu vergessen - die Mannschaft vor Ort , Sedat den irren Fahrer
(Schaiiiiisssssssse, da kommt ein Lastwagen auf meiner Straßenseite!!),
die klasse Mechaniker, die mit starkem Sitzfleisch und guten Nerven bestückten Barkeeper, Erol unseren Guide, den Russenhändler Ömer und den Rest der Wahnsinnigen.
Sollte Euch dieser Bericht gefallen haben oder Ihr braucht Infos von diesem Trip, schickt mir einfach eine E-mail.
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